Wiesenweihe - sehr seltener Brutvogel im Oderbruch

Wiesenweihenmännchen 2025 bei der Wache in der Nähe des Brutplatzes.
Wiesenweihenmännchen 2025 bei der Wache in der Nähe des Brutplatzes.

Die Wiesenweihe ist ein sehr seltener Brutvogel im Oderbruch. Ihre Brutplätze sind nicht über Jahre an bestimmte Orte gebunden, sondern hängen vielmehr vom Nahrungsangebot, bedingt durch die Landbewirtschaftung ab. Dennoch gibt es im Oderbruch scheinbar Schwerpunkte des Brutvorkommens.

Der Bruterfolg des einzelnen Paares ist durch Sicherungsmaßnahmen deutlich gestiegen. Hier ist Simone Müller mit ihren Mitstreitern großer Dank geschuldet (http://www.weihenschutz.eu/).  Sie hat die Suche nach den Wiesenweihen und deren nachfolgenden Schutz regelrecht professionalisiert.

Es ist schwer, die Nester rechtzeitig zu finden. Sie müssen aber gefunden werden um Naturschutzbehörde und Landwirt zu kontaktieren und den praktischen Schutz gegen Beutegreifer und landwirtschaftliche Nutzung umsetzen zu können.

Wenn sich ein Paar für einen ungefähren Niststandort entschieden hat, sind beide Partner in dessen Umfeld regelmäßig zu sehen. Es wird Nistmaterial eingetragen. Sobald das erste Ei gelegt ist, sieht man das Weibchen seltener und sobald die Brut begann, nur bei der Nahrungsübergabe. Das Männchen ist dann anfangs ganz früh am Morgen noch kurz in Nestnähe und begibt sich dann auf Nahrungssuche. In dieser Zeit ist es besonders schwer die Nester zu orten, da man durchaus 100 Meter neben den Nest eine Stunde verbringen kann ohne auch nur einen Hinweis darauf zu haben, dass in der Nähe eine Wiesenweihe brütet.

Bei der Beobachtung kann man aber auch mit etwas Glück zu Ringablesungen kommen. Das Weibchen auf den obigen Fotos konnte in der Gemeinde Letschin im Jahr 2025 so fotografiert werden, dass der Farbring erkannt wurde. Sie wurde 2016 als nestjunger Vogel nahe der Stadt Mordy (Ostpolen) beringt ( über 8 Jahre lang wurde der Ring nirgendwo erkannt ) und nun brütet sie in der Gemeinde Letschin 555 km westlich.

Nicht selten brüten Wiesenweihen konzentriert an einem Ort. Da finden sich besonders zu Beginn der Brutzeit mehrere Individuen an übersichtlichen Stellen (gern Wege oder Straßen) zusammen. Ab Morgendämmerung bis max. 1 Stunde nach Sonnenaufgang.
Nicht selten brüten Wiesenweihen konzentriert an einem Ort. Da finden sich besonders zu Beginn der Brutzeit mehrere Individuen an übersichtlichen Stellen (gern Wege oder Straßen) zusammen. Ab Morgendämmerung bis max. 1 Stunde nach Sonnenaufgang.
Sie Paarung findet auch gern in der Nähe der Sitzwarten statt.
Sie Paarung findet auch gern in der Nähe der Sitzwarten statt.
Wiesenweihen brüten gern in Getreidefeldern (besonders Wintergerste). Sie sind dort aber (wie alle Bodenbrüter) besonders gefährdet. Daher ist das Finden der Nester sehr wichtig.
Wiesenweihen brüten gern in Getreidefeldern (besonders Wintergerste). Sie sind dort aber (wie alle Bodenbrüter) besonders gefährdet. Daher ist das Finden der Nester sehr wichtig.

So kann das Nest vor dem Ausmähen, aber auch vor Fuchs & Co bewahrt werden (jedenfalls oft - klappt leider nicht immer). 

Die Beringung der Jungvögel ist natürlich auch eine gute Gelegenheit Kinder an den Wiesenweihenschutz heranzuführen. Zumindest wissen sie auch später noch, dass es diese Vögel gibt und wo sie brüten. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere dann doch an seine Kindheit und macht sich später im Schutz dieser Vögel verdient. 

erfolgreiche Wiesenweihenbrut auf dem Schutzzaun im Oderbruch.
erfolgreiche Wiesenweihenbrut auf dem Schutzzaun im Oderbruch.
flügger Jungvogel
flügger Jungvogel
Der Brutplatz wird sehr durchsetzungsstark durch beide Eltern verteidigt. Hier vertreibt das Männchen eine Rohrweihe.
Der Brutplatz wird sehr durchsetzungsstark durch beide Eltern verteidigt. Hier vertreibt das Männchen eine Rohrweihe.

Aber auch am Boden verteidigen die Wiesenweihen die Nestumgebung. Auch gegen harmlose Tiere. Dem Stockerpel wurde zunächst gedroht (das Weibchen macht sich groß) und dann flog sie die Scheinattacke. Nun ist der Erpel viel schwerer als die Wiesenweihe, aber es machte Eindruck.

Wiesenweihenweibchen
Wiesenweihenweibchen

Die Wiesenweihe ist wohl die Greifvogelart, die ich am häufigsten fotografierte. Die Fülle der Fotos täuscht etwas darüber hinweg, dass es in der Regel nicht leicht ist, diese Art "aufbaumend" in gutem Licht abzulichten. Ich hatte schlicht in einem Jahr großes Glück, dass einige Paare dicht an einem landwirtschaftlichen Weg brüteten und die dortigen Pfähle am Wegesrand gern als Ansitz nutzten. An Autos waren sie gewöhnt, da konnte man mal etwas machen.

Regen macht den Altvögeln nicht wirklich viel aus.
Regen macht den Altvögeln nicht wirklich viel aus.
diesjähriger Vogel frisst Feldlerche, 19.07.2015
diesjähriger Vogel frisst Feldlerche, 19.07.2015
Jungvogel, 19.07.2015
Jungvogel, 19.07.2015